Halli Hallo liebe Leut‘!

Wie ihr vielleicht seht, geht’s im Beitrag um Straßenmusik, die in Wien den Alltag mit ihren Melodien auffrischt. Der Weg zu unserem fertigen Projekt war lang, mit verschiedenen Hürden, doch wir hatten immer unser Ziel vor Augen. Wir haben nicht aufgegeben.

Ja, das Wetter hat uns oft einen Strich durch die Rechnung gemacht (Danke Aprilwetter, das bis in den Mai geblieben ist!). Also konnten wir nicht auf Musikerjagd gehen. Auch nicht jeder Musizierende hat uns Paparazzi nett empfangen.
Aber immerhin haben wir jetzt eine foolproof strategy entwickelt – höchst wissenschaftlich ausgetüftelt. Sie beinhaltet … drum roll … Essen!

Man nehme: Snack und/oder eine Tasse flüssiges Gold aka Kaffee, setzt sich auf eine Bank, wartet … und siehe da, das Universum schickt einen Musiker her! (Achtung, stressiges Konsumieren auf eigene Gefahr!)

Euer Redaktionsteam wünscht viel Spaß beim Lesen und Anhören!

Musizieren auf der Straße – spontan und unkompliziert?

Wenn wir an Straßenmusik denken, verbinden wir damit wohl den spontansten und unkompliziertesten Ausdruck musikalischer Kunst. Sich an sonnigen Frühlingstagen mit der Geige auf die Kärntner Straße zu stellen, „My heart will go on“ zu trällern, ein paar Münzen einzuheimsen und dabei auch noch das Herz einiger Touristinnen und Touristen zu erwärmen, klingt zugegebenermaßen sehr romantisch und unbeschwert – doch ganz so einfach macht es einem die Stadt Wien nicht.

Laut der aktuellsten Straßenkunstverordnung des Magistrats (Straßenkunstverordnung 2012) darf akustische Straßenkunst von allen, die das 16. Lebensjahr erreicht haben, dargeboten werden. Die Orte, an denen Musizierende ihrem Talent Ausdruck verleihen können, sind jedoch begrenzt. Auftritte in den U-Bahnstationen genehmigen die Wiener Linien bis dato nicht. Wovon außerdem die wenigsten gehört haben, ist die Platzkarten Pflicht, die vor allem in den Wiener Innenbezirken herrscht. Für attraktive, touristen-überlaufene Darbietungsorte, wie die Kärntner Straße oder den Graben, bedarf es einer Platzkarte. Diese muss man im Vormonat beim Magistrat beantragen. Wurde die Platzkarte genehmigt, so darf täglich am festgelegten Ort bis zu zwei Stunden gespielt werden. Zwar gibt es auch Plätze ohne Platzkarten-Pflicht, wie die Uferpromenade entlang des Donaukanals, diese stellen jedoch größtenteils mäßig besuchte, für Spendenerträge unattraktive Örtlichkeiten dar. Daher wählen viele Künstlerinnen und Künstler den Weg des unerlaubten Musizierens und hoffen darauf, nicht von der Polizei verscheucht zu werden. Verboten sind laut Straßenkunstverordnung außerdem elektronische Verstärker, ungedämpfte Blasinstrumente, sowie Musikensembles, die die Mitgliederzahl von sechs Personen überschreiten. Durch diese Einschränkung für Straßenkünstlerinnen und -künstler, ist uns an den Tagen unserer Odyssee durch Wien, auf der Suche nach Musizierenden, vieles untergekommen. Einige Musikerinnen und Musiker lehnten unser Interview ab weil sie durch ihre Platzkarte unter Zeitdruck standen. Andere fühlten sich von uns kontrolliert und dachten wir kämen um sie zu vertreiben. Außerdem mussten wir mit Trauer feststellen, dass gerade im idyllischen ersten Bezirk viele Gassen von bedrückender Stille und dem Fehlen jeglicher Art von Straßenkunst gekennzeichnet waren.

(Sophie Riedler)

Ohrwurm_zum_Mitgehen.jpg

Ohrwurm zum Mitgehen

Doch bald sollen – zumindest die bis dato Musik-befreiten Wiener U-Bahn-Stationen – gezielt mit Straßenmusik belebt und aufgelockert werden. Unweigerlich denkt man dabei sofort an Londons Underground, wo Musik schon seit mehreren Jahren etabliert ist und so manche Berühmtheit ihre bzw. seine Musikkarriere startete. Mit der britischen Hauptstadt als Vorbild will Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) diese Art des Londoner Flairs mit dem Projekt „U-Bahn-Stars” nun in Wien realisieren. Dabei steht jedoch hauptsächlich ein anderer Aspekt als jener der Kreativität oder Unterhaltung im Vordergrund – im Rahmen des Sicherheits- und Servicepakets der SPÖ will die Stadträtin mit Hilfe von Musik das subjektive Sicherheitsgefühl an den U-Bahnhöfen steigern, sowie den Aufenthalt in jenen angenehmer machen.

Völlig uneingeschränkt und ungeregelt gestaltet sich das Musik-/Sicherheitsprojekt jedoch nicht – es soll primär jungen Musikerinnen und Musikern eine Bühne geboten werden, welche vorzugsweise akustische, ruhige Songs ála Bob Dylan in ihrem Repertoire haben. Zudem hat nicht jedermann und jedefrau zu jederzeit und jederorts die Möglichkeit seine bzw. ihre Kunst darzubieten – in einem Casting werden in mehreren Phasen einige wenige Musizierende auserkoren, welche anschließend ab 6. Juli in einer einmonatigen Testphase zunächst nur an der Station Westbahnhof zu bestimmten Uhrzeiten das Wiener-Öffi-Ambiente aufwerten sollen. Im Anschluss daran soll das Projekt – abhängig vom Feedback – ausgebreitet werden.

In einem ersten freudigen Moment der Euphorie sollte man meinen „U-Bahn-Stars” stößt bei U-Bahn-Fahrgästen als auch bei den Musizierenden auf allgemeine Begeisterung – auf Seiten der Darbietenden hat sich aber ein gewisser Unmut entwickelt. Einer der Gründe dafür ist unter anderem, dass die gecasteten Künstler und Künstlerinnen für ihre Dienste, welche sie ja im Grunde für die Stadt Wien verrichten, nicht entlohnt werden – freiwillige Spenden von im U-Bahn-Tumult-eilenden Passanten dürfen die Musizierenden aber selbstverständlich behalten. Mit der Petition „Musik ist nicht wertlos – Quo Vadis, Musikstadt Wien?” leisten nun einige Widerstand gegen Simas Sicherheitsinitiative.

Ob Straßenmusik nun tatsächlich das Sicherheitsgefühl erhöhen kann, wird sich zeigen. Dennoch haben uns beim Tätigsein für dieses Projekt die erzeugten Klänge der von uns portraitierten Darbietungen so manchen schimpfenden, spuckenden, eher ungehobelten Zeitgenossen vergessen lassen.  

(Nadja Haderer)

Der Unüberhörbare

Chris Uboh ist ein Musiker mit Gitarre und Gesang, er spielt und singt seit ca. 14 Jahren. Auf den Wiener Straßen zeigt er sein Talent jetzt seit fast zwei Jahren, zurzeit ist er auch nur in Wien unterwegs. Da Musik leider nur ein Nebenberuf für ihn ist, spielt er meist an schönen warmen Tagen, abends nach der Arbeit. So haben auch wir ihn ca. um 18 Uhr auf der Mariahilfer Straße angetroffen.

Neben Gesang und Gitarre spielt Chris auch Klavier, während der Schulzeit ein wenig Trompete und einige Zeit hat er versucht Geige spielen zu lernen. Nach eigener Aussage denkt er, dass er zu alt dafür sei – davon sind wir nicht überzeugt und hoffen ihn eines Tages doch mit einer Geige auf der Straße anzutreffen.

Vor zwei Jahren hat Chris endlich die Zeit gefunden, etwas ernster Musik zu machen. Straßenmusik ist für ihn eine sehr gute Möglichkeit zu Üben und etwas das Ego zu füttern”. Er hat einige eigene Songs, welche er im Heimstudio aufgenommen hat. Auf der Straße spielt er meist Covers und mischt seine eigenen Songs nach Lust und Laune mit rein.

Chris ist aufgefallen, dass bei bekannten Liedern, die Leute meist sagen, „Ah das kenn ich, hört sich cool an“ und dann stehen bleiben. Einer seiner Favoriten ist „Walking in Memphis”, aber das spielt er immer erst zu einer späteren Stunde. Meist fängt er für sich mit einer leichten Aufwärmrunde an und arbeitet sich dann quasi durch. Seine Musik ist eine Mischung aus Pop, Rock und ein bisschen Folk, wie er selbst auch immer sagt. Zu seinen größten Vorbildern gehören Glen Hansard und Damien Rice.

Chris ist Mitglied im „Vienna Songwriting Circle”, einer Gruppe von Songwritern, welche sich einmal im Monat trifft um über ihre Projekte und ihre Lieder zu reden. Am Abend gibt es immer ein Konzert von drei Mitgliedern aus der Gruppe.

Wenn ihr mehr von Chris erfahren wollt, wann seine nächsten Auftritte sind oder seine eigenen Songs hören wollt schaut doch mal auf seiner Facebook-Seite Chris Uboh Music vorbei.

Das derzeitige Projekt, Wiener U-Bahn-Stationen mit Straßenmusik aufzulockern, findet Chris grundsätzlich eine gute Idee, da es Musiker und Musikerinnen eine Möglichkeit gäbe zu spielen. Denn in Wien sei es oft schwierig einen Platz zu finden, da man oft eine Platzkarte brauche. Deswegen komme es auch hier auf die Umsetzung an, ob es Schlussendlich wirklich eine gute Idee sei.

An manchen Orten ist auch unverständlich, warum man eine Platzkarte braucht. Um ein Beispiel zu nennen, der Stadtpark: Es ist ein öffentlicher Park, keine Wohnhäuser in unmittelbarer Nähe und es sitzen haufenweise Menschen mit ihren Bluetooth-Boxen in der Wiese und hören laut Musik, um einiges lauter als ein akustischer Straßenmusiker spielen würde.

Beim Casting „U-Bahn Stars“ überlegt er mitzumachen, ist sich aber noch nicht sicher, wir drücken ihm auf jeden Fall die Daumen, wenn er dabei ist.

(Stephanie Pfeiffer)

Der Reisende

Unverhofft- kommt oft. Als wir uns nach langer, wenig erfolgreicher Suche nach Darbietenden, zur Mittagsstunde eine kleine Jause am Karlsplatz gönnen, schickt uns das Schicksal unverhofft doch noch diesen Engel: Silviu. Seine mystische Musik erreicht uns wie aus anderen Sphären und dabei bleibt uns fast das Backwerk-Semmerl im Hals stecken. Unfähig zuzuordnen woher die bezaubernden Klänge kommen, geschweige denn um welches Instrument es sich handelt, würgen wir unter Stress das letzte Resterl unseres Brotes runter und begeben uns auf Beutejagd.

Tatsächlich, nicht weit von uns entfernt, vor einer Hecke nahe der TU, sitzt ein Straßenmusiker. Er trommelt mit seinen Fingern auf ein rundes, gewölbtes Instrument in seinem Schoß. Das ungewöhnliche Stahlinstrument gleicht eher einem Ufo, als allem erdenklich Irdischen. Die Handbewegungen des Trommlers wirken geschmeidig und flink, das Ergebnis – Harfen- ähnliche Melodien, die vom Wind getragen, den ganzen Karlsplatz in harmonisches Schwingen versetzen.

Der Straßenmusiker sitzt auf einem Klappstuhl, das Instrument – Handpan genannt, liegt auf seinem Schoß. Vor ihm auf dem Boden steht eine Blechdose für Spenden. Auf der Blechdose – das Motiv eines Londoner-Double-Decker. Während des Interviews hört Silviu nicht auf zu spielen, er meint, so könne er sich besser konzentrieren.

Silviu stammt aus Bukarest in Rumänien. Wir unterhalten uns auf Englisch und bringen in Erfahrung, dass er seit zwei Wochen mit seiner Freundin durch Europa reist. Er hat Job und Heimat für die Straßenmusik hinter sich gelassen und Wien ist nur einer seiner Zwischenstopps auf der Reise quer durch den Kontinent. Der Musiker hat bereits Routine im Musizieren auf der Straße, da er schon einige Wochen durch Südost- Europa gereist ist. Momentan peilt er kleinere und größere Städte in Österreich und Deutschland an. Auf der Liste stehen unter anderem Linz, Salzburg, München und Innsbruck, Endziel ist die Schweiz. Ursprünglich wollte Silviu mit Ziehharmonika auf Reisen gehen, die Handpan (auch bekannt als „Hang“) eignete sich letztendlich aber doch besser für das Leben  – On  The  Road.

Wir können uns nicht verkneifen Silviu über das mystische Instrument in seinen Händen, auszufragen. „Insgesamt hat die Handpan neun verschieden Töne“, erklärt uns Silvio, “sie wurde in der Schweiz erfunden.”. „An der Unterseite befindet sich ein Loch“ – um uns das Instrument genauer zu demonstrieren, stoppt der Rumäne sein Spiel und wendet den Klangkörper. Tatsächlich, wir überzeugen uns mit eigenen Augen – ein schwarzes Loch gewährt den Einblick in den bauchigen Hohlraum des Instruments. Von dort aus erzielt die Drum ihren vollen Sound. „Klang- musikalisch bewegt man sich zwar innerhalb vorgegebener Grundstrukturen, also Patterns“, beteuert der Straßenkünstler, den Großteil seiner Melodien improvisiere er jedoch. Doch auch bei Improvisation bedarf es an Musikverständnis. „Ich habe sechs Monate geübt, bevor ich auf die Straße ging“, berichtet er und fügt hinzu, dass er weiterhin noch besser an seiner Technik arbeiten wolle. Wie uns von unseren Facebook-Spitzeln geflüstert wird, hat Silviu in seiner Musikerkarriere nicht ausschließlich auf der Straße seiner Kunst Gehör verliehen, sondern bereits bei Yoga Sessions mit seiner Handpan gastiert. Silvius Musik lebt von Rhythmus und einer simplen melodischen Regelmäßigkeit. Das sechsmonatige Üben hat sich auf jeden Fall ausgezahlt – wie uns die angetanen und berührten Gemüter der Passanten verraten. Wir wünschen dem ambitionierten Künstler alles Gute für die weitere Reise.

Ps: Wenn mit diesem Beitrag euer Interesse für die bezaubernde Klänge der Handpan geweckt wurde, dann schaut doch am besten auf Silvius Youtube-Channel Purcaru Silviu vorbei.

(Sophie Riedler)

Die bekannten Unerkannten

Man weiß nicht ob man sie lustig oder doch eher verstörend finden soll – so manches Kind fürchtet sich vielleicht sogar vor ihrer surreal wirkenden Erscheinung. Wenn sie jedoch ihren Instrumenten die Töne entlocken, bleibt man auch gerne ein Weilchen stehen und hört zu. Man könnte schon fast behaupten, beinahe jeder, der sich des Öfteren in Wien aufhält, kennt sie – die musizierenden „Pferdeköpfe”. Zumeist sind sie am Platz vor dem MuseumsQuartier aufzufinden – so wie auch an dem Tag, an dem das folgende „Portrait” entstand.

Das Auftreiben der Informationen rund um die musikalische Tätigkeit der Männer mit den tierischen Masken gestaltete sich etwas anders als bei deren Künstlerkollegen. Grund dafür waren offensichtliche sprachliche Barrieren – bis auf den Namen von einem der beiden (Doro), konnte man nicht sehr viel in Erfahrung bringen. Eher wurde bei der Kontaktaufnahme der Eindruck bei den Musikern erweckt, man wolle sich an ihren Instrumenten ausprobieren oder sie von ihrem Platz vertreiben. Nach mehreren erfolglosen Verständigungsversuchen bzw. Missverständnissen, entschied man sich dazu eine Dolmetscherin – die Frau von einem der beiden – einzuschalten, mit welcher man schließlich über ein etwas in die Jahre gekommenes Nokia-Mobiltelefon kommunizierte. Die Dame erklärte, dass die Musiker vor drei Jahren von Rumänien nach Wien gekommen sind und die deutsche Sprache nicht beherrschen. Aufgrund dessen ist es schwierig eine Anstellung zu finden, weshalb die „Pferdeköpfe” auf die Straßenmusik – ihre Haupteinnahmequelle – angewiesen sind.

Die Männer haben sich in einer Gruppe von vier Personen organisiert – sie spielen abwechselnd jeweils zu zweit und besitzen auch eine Platzkarte. Ihr musikalisches Repertoire besteht hauptsächlich aus internationalen, allbekannten Walzern und Tangos, welche sie mit Ziehharmonika und Hackbrett zum Besten geben. Das Hackbrett – ein etwas ausgefallenes, ungeläufigeres Instrument – ist ein Saiteninstrument mit trapezförmigem Schallkasten, welches der Zither ähnelt und mit sogenannten Klöppeln oder Schlägeln geschlagen wird. An jenem Tag kamen die flanierenden Wiener und Wienerinnen unter anderem in den Genuss Eigeninterpretationen der Songs „Autumn Leaves” und „Hefen shalom alechem” zu hören.

Die Pferdekopf-Masken der Rumänen erregen zunächst zweifellos die Aufmerksamkeit der Passanten – die Verweildauer und Menge der Menschen rund um sie lässt aber auch darauf schließen, dass an ihren Darbietungen Gefallen gefunden wird. Man kann nur hoffen, dass die tierischen Musikanten weiterhin das Wiener Stadtleben prägen werden.

(Nadja Haderer)

Die Harmonierenden

Celli & Melo, dahinter stehen Elli und Michi, sind ein Akustik-Duett bei dem beide singen. Die Melodien kommen von seiner Gitarre und ihrem Cello. Die beiden haben sich im September 2016 in Wien kennengelernt und machen seit zwei Monaten danach gemeinsam Musik.

Michi spielt seit der Volksschule Gitarre, hat da Unterricht genommen. Der war ihm aber zu klassisch, weshalb er nicht so viel geübt hat. Da er aber doch spielen wollte, hat er das meiste durch Gehör bzw. von Videos angeeignet. Er singt seitdem er 15 ist, hat quasi bei Null angefangen, viel geübt und ist zufrieden mit sich.

Ihre Band zu erweitern können sie sich derzeit nicht vorstellen, da beide super harmonieren und ein Duett für sie etwas Besonderes ist. Sie wollen diesen Sommer mit Interrail auf Europa-Tour gehen und in Städten wie Prag, Berlin, Amsterdam, etc. Straßenmusik machen. Dazu wird’s einen Blog geben und Updates über Facebook und Instagram.

Zur Zeit covern sie das, was ihnen selber gut gefällt, meistens Mainstream Pop Songs und geben ihren eigenen Twist dazu wie z.B. Mash-Ups aus drei Liedern. Bei den Songs sind welche von Ben Howard dabei, auch Reggae mit Liedern von Bob Marley und Acoustic-Covers von Kings of Leon. Beispielsweise spielen sie den allbekannten “Reckoning Song” von Asaf Avidan. Ein Beispiel zu einem Mash-Up wäre ein Lied von Ben Howard, das Klavierstück “The River Flows In You” und “Youth” von Daughter.

Sie haben bis jetzt noch nicht allzu oft auf der Straße musiziert, aber schon einige Male in verschiedenen Lokalen. Proben gibt’s bei ihnen nicht regelmäßig, aber vor Auftritten achten sie darauf mehr zu üben.

Für sie ist Straßenmusik eine sehr intime Szene, bei der man von allen möglichen Leuten beobachtet wird; anders als in einem Lokal, wo viele hinkommen, die sich ihre Musik anhören wollen – also eine gewisse Crowd.

Die beiden haben herausgefunden, dass sie an belebten Orten wie z.B. der Mariahilfer Straße weniger Einnahmen machen, da die meisten dort eher gehetzt und gestresst sind und den Rest ausblenden. An weniger besuchten Plätzen sind die Passanten entspannter, freuen sich über die Musik und bleiben eher stehen um zuzuhören. Ein guter Ort für sie ist beispielsweise der Platz vor dem Museumsquartier. Oder, der Akustik wegen, auch U-Bahn Aufgänge.

Oft stellen sich Obdachlose in die Nähe und singen mit ihnen mit, was umgekehrt auch sie selber freut, da sie sehen, dass sie anderen Freude bereiten.

Das „U-Bahn Stars“ Projekt der Wiener Linien sieht Michi mit gemischten Gefühlen. Er findet, dass Elli und er als junge Musizierende eher eine Seltenheit auf der Straße sind und neuen Wind reinbringen. Durch das Projekt glauben sie, dass mehr junge Leute dazu kommen werden und Straßenmusik „Mainstream“ wird und sie dadurch viel Konkurrenz haben.

Eher negativ sehen sie das Projekt aufgrund des Contests, der gemacht wird, und die Anmeldegebühren dafür. Jedoch überlegen sie sich doch beim Casting mitzumachen, um mehr Chancen zu bekommen und mehr Menschen zu erreichen.

Wenn ihr mehr über die Musik der beiden wissen (wann und wo sie spielen) und ihrer Tour im Sommer folgen wollt, dann schaut mal auf ihrer Facebook-Seite Celli & Melo vorbei.

(Floriana Kutrowatz)

Quellen:

https://www.wien.gv.at/recht/landesrecht-wien/rechtsvorschriften/html/i5800700.htm

https://www.wienerlinien.at/eportal3/ep/bvContentView.do?contentTypeId=1001&contentId=1801680&programId=2178030&channelId=-46652

https://www.meinbezirk.at/land-wien/lokales/wiener-linien-suchen-musiker-fuer-u-bahn-stationen-d2108951.html

Musik ist nicht wertlos – Quo vadis, Musikstadt Wien?

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