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Einleitung

Wien ist bekannt für den Stephansdom, die Kaiserin Sisi, den Prater und seine deftige Kulinarik. Ein Besuch in Wien ohne Wiener Schnitzel, einen Weißen Spritzer und natürlich der weltberühmten Sachertorte ist unverzeihlich – deswegen machten wir uns auf die Suche nach der besten Sachertorte in ganz Wien. Zuerst gibt es aber einen kleinen Einblick in die Geschichte der berühmten Sachertorte.

Wir besuchten insgesamt 5 unterschiedliche Lokale, in denen Sachertorten angeboten werden und berühmt sind:

Beim Verkosten der Sachertorte achteten wir auf Kriterien, die uns wichtig waren, und zwar Glasur, Teig, Preis und natürlich ob Schlagobers mitserviert wurde.

Geschichte

1832 | 1876 | 1892 | 1907 | 1934 | 1938 | 1954 | 1963 | 2005


1832

Die Geschichte der Sachertorte begann im Jahr 1832, als Fürst Metternich seine Hofküche beauftragte, ein besonderes Dessert zu erschaffen. „Dass er mir aber keine Schand’ macht, heut Abend!“ soll Fürst Metternich zu seinem Chefkoch gesagt haben, der wiederum seinen 16-jährigen Kocheleven Franz Sacher mit der Kreation beauftragte. So erfand Franz Sacher die Vorläuferin der zukünftigen Sachertorte. Die Schokoladentorte mit Marillenmarmelade unter der Schoko-Glasur gefiel – und ist sogar heutzutage noch ein Renner.


1876

Vollendet wurde die Rezeptur der Torte in ihrer heute bekannten Form von Sachers Sohn Eduard Sacher. Dieser absolvierte eine Ausbildung in der k.u.k. Hofzuckerbäckerei Demel und widmete sich dort der Überarbeitung des Rezeptes. Zunächst wurde die Sachertorte als Original Sachertorte beim Demel und erst später auch im von Eduard gegründeten Hotel Sacher im Jahre 1876 angeboten.


1892

Tod von Eduard Sacher.


1907

Tod von Franz Sacher.


1934

Hotel Sacher ging in den Konkurs und wurde verkauft. Doch was passierte nun mit dem Rezept? Eduardos gleichnamiger Sohn, dem lediglich das Rezept geblieben war, übertrug es der Konditorei Demel.


1938

Es kam zu den ersten Meinungsverschiedenheiten zwischen Demel und dem Hotel Sacher über das Recht auf den Namen „Original Sacher-Torte“.


1954

Nach dem Zweiten Weltkrieg klagten die Nachfolger von Sacher dagegen, dass Demel die Original Sacher-Torte herstelle und verkaufte. Sieben Jahre dauerte die juristische Auseinandersetzung um die Alleinvertretungsansprüche der Torte.


1963

Man einigte sich 1963 außergerichtlich auf folgendes: Das Haus Sacher darf seine Torte exklusiv mit dem Siegel „Original Sacher-Torte“ versehen während Demel hingegen seither ein dreieckiges Siegel mit der Aufschrift „Eduard Sacher-Torte“ führt.

Der Name Sachertorte ist längst zu einem Gattungsbegriff geworden. So gut wie jede Konditorei und jedes Kaffeehaus hat ihre eigene Version im Angebot – und das auch außerhalb der Grenzen Österreichs.


2005

Die „Original Sacher-Torte“ wurde im Februar 2005 mit dem „Tourismuspreis der Wiener Wirtschaft“ 2004 geehrt.

Die Rezeptur der wienerischen Original Sacher-Torte wird streng unter Verschluss gehalten. In den jahrelang andauernden Prozessen im Streitfall Sacher gegen Demel ging es angeblich auch um die Echtheit der Rezeptur. Man stritt sich darum, ob die Schicht Marillenmarmelade nur unter die Schokoladenglasur (Standpunkt der Konditorei Demel) gehöre, oder ob es eine zweite in der Mitte der Torte (Standpunkt des Hotel Sacher) geben müsse. Der bekannte Schriftsteller Friedrich Torberg bezeugte vor Gericht, dass zu Anna Sachers (Ehefrau von Eduard Sacher) Lebzeiten die Sacher-Torte keinesfalls eine Marmeladenschicht in der Mitter gehabt habe.

Wir können nur folgendes sagen: Beide Torten sind auf jeden Fall sehr lecker und vor allem bei unseren Touristen außerordentlich beliebt.

Auf den Spuren

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Platz: 1 | 2 | 3 | 4 | 5

  • Platz 5: Aida

(Singerstraße 1, 1010 Wien)

Wer die Café-Konditerei-Kette Aida kennt, der denkt vermutlich sofort an zwei Dinge: das zuckerlrosane Diner-Flair und die für Innenstadt-Verhältnisse sehr günstigen Preise. Günstig war unsere Sachertorte zwar (3,70€) aber dafür wurde leider auch nicht allzu viel geboten. Mit Blick auf das Touristen-Treiben am Stephansplatz bekamen wir etwas serviert, das mehr einem Stück Geburtstagskuchen ähnelte, als einer Sachertorte.

Schon auf den ersten Blick war klar, was sich beim Kosten bestätigte: der dunkelbraune Teig war zwar saftig, enthielt aber viel zu viel Kakao und hatte einen seltsamen Eigengeschmack. Auch die Glasur enttäuschte durch und durch. Sie war so hart, dass man sie mit der Gabel kaum durchbrechen konnte und schmeckte nicht nach viel. Schlagobers hätte dem äußerst seltsamen geschmacklichen Erlebnis vielleicht Abhilfe verliehen, dieses fehlte aber leider komplett.

Alles in Allem erinnerte uns die Torte an das, was man im Ausland oft als „Sachertorte“ serviert bekommt, nämlich irgendeinen minderwertigen Schokokuchen, den man nicht einmal aufessen möchte. Die „Sachertorte“ von Aida belegt somit leider mit Abstand den letzten Platz in unserem Ranking. Da hilft auch die freundliche Bedienung und der günstigste Preis auf unserer Liste nicht mehr viel.

Teig:
Glasur:
Schlagobers: 
Marmelade:
Größe:
Preis:

Gesamt: 

  • Platz 4: Café Landtmann

(Universitätsring 4, 1010 Wien)

Das Café Landtmann rühmt sich damit, Wiens „elegantestes Kaffeehaus“ zu sein. Mit seiner prunkvollen Lage direkt am Ring und einer langen Liste berühmter Stammgäste wie Sigmund Freud, Oskar Kokoschka oder Romy Schneider, verwundert dieser Titel auch kaum. Nachdem das Unternehmen sogar über eine eigene Patisserie verfügt, waren unsere Erwartungen an die dortige Sachertorte entsprechend hoch.

Optisch wurden diese auch durchaus erfüllt. Das Stück war riesig, der Teig war schön hell, die Glasur glänzend und die Portion Schlagobers ansehnlich drapiert. Trotzdem wurden wir leider auch hier geschmacklich enttäuscht. Abgesehen davon, dass der Teig furchtbar trocken war und ein wenig nach Brot schmeckte, stellten sich alle Komponenten der Torte als bestenfalls durchschnittlich heraus. Einzig das vorhandene Schlagobers und die zwei Schichten Marmelade verleihte dem Ganzen ein wenig Abhilfe und Saftigkeit. Mit einem Preis von 3,90€ befand sich das Landtmann im unteren Mittelfeld unserer Liste.

Fazit: Auch das Café Landtmann konnte unsere Erwartungen an eine richtig gute Sachertorte nicht erfüllen. Eleganz, Tradition und ein bekannter Name sind eben anscheinend nicht alles.

Teig: 
Glasur: 
Schlagobers: 
Marmelade:
Größe:
Preis:

Gesamt:

  • Platz 3: Hotel Sacher

(Philharmonikerstraße 4, 1010 Wien)

Natürlich, wäre ein Sachertorten-Ranking ohne das Hotel Sacher. Immerhin soll die Original-Rezeptur vom Gründer des Sacher erfunden und stets gut gehütet worden sein. Man sollte also annehmen, dass die Torte hier um Längen besser mundet als überall anders.

Wer das gute Stück kosten möchte, hat im exklusiven Sacher allerdings erst ein paar Hürden zu überwinden. Fast zu jeder Tageszeit wartet eine Traube Journalisten darauf, endlich platziert zu werden. Außerdem wird ein gewisser Kleidungsstil von den Gästen erwartet, kurze Hosen sind beispielsweise nicht gerne gesehen.

Wenn man es schließlich geschafft hat und von einem der überfreundlichen Kellner zu einem Tisch geführt wurde, offenbart sich schließlich, was zu erwarten war. Das Sacher verlangt für ein (sehr kleines) Stück Sachertorte mit Schlagobers saftige 6,90€. Man zahlt Namen und Ambiente also eindeutig mit.

Wir fanden die Original Sachertorte alles in allem gut aber auch nicht berauschend. Die Glasur zergeht angenehm auf der Zunge, ist aber sehr zuckrig, was man mögen muss. Der Teig und das Schlagobers waren durchschnittlich. Ein Pluspunkt ist die Marmelade, die sehr fruchtig schmeckt und von der ausreichend vorhanden war.

Das Flair spielt bei der Qualität eines Besuches im Sacher natürlich eine große Rolle. Trotzdem finden wir das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Original  Sachertorte nicht gerechtfertigt. Für fast sieben Euro erwartet man sich etwas, das der Exklusivität des Sacher auch geschmacklich gerecht wird und das war hier leider nicht ganz der Fall.

Teig:
Glasur:
Schlagobers:
Marmelade:
Größe:
Preis:

Gesamt:

  • Platz 2: L. Heiner

(Kärtner Straße 21-23, 1010 Wien)

Die K. und K. Hofzuckerbäckerei Heiner, die gleich an mehreren Standorten in der Wiener Innenstadt vertreten ist, ist wie das Sacher ein Familienbetrieb, der viel Wert auf Tradition und Qualität legt. Das Ambiente bei Heiner ist zwar nicht so elitär wie bei Sacher, hat dafür aber klassischen Wiener Kaffehaus-Charme. Die Konditorei ist zwar für ihre exzellenten Mehlspeisen bekannt, die Sachertorte dort hat uns aber wirklich überrascht.

Für 3,80€ bekamen wir von einer urigen Servicekraft in rosaner Schürze, die von der Tatsache, dass wir uns diese Köstlichkeit zu dritt teilen wollten regelrecht schockiert war, ein riesiges Stück Sachertorte serviert. Sie sollte Recht behalten, denn was hier für den Preis geboten wird, ist wirklich bemerkenswert. Ein wirklich fluffiger, saftiger und leckerer Teig, eine dicke, schokoladige Glasur und eine sehr gute, fruchtige Marmelade in zwei Schichten. Die Sachertorte war also ein echter Genuss und dem Original unserer Meiung nach um einiges überlegen. Einziges Manko: Es gab kein Schlagobers dazu und die Glasur zergeht nicht so schön auf der Zunge wie bei Sacher.

Es lässt sich eindeutig sagen, dass Heiner eindeutig das beste Preis-Leistungs-Verhältnis von den Kaffeehäusern in unserer Liste bietet. Wer nach einer ausgezeichneten Sachertorte sucht und dafür einen angemessenen Preis zahlen möchte, ist hier an der richtigen Adresse.

Teig:
Glasur:
Schlagobers: 
Marmelade:
Größe:
Preis:

Gesamt: 

  • Platz 1: Demel

(Kohlmarkt 14, 1010 Wien)

Der Demel, seines Zeichens ebenfalls K. und K. Hofzuckerbäcker, hat es tatsächlich noch einmal geschafft, die Sachertorte von L. Heiner geschmacklich zu übertreffen und sich somit die Spitzenposition in unserem Ranking zu erkämpfen. Die beste Sachertorte Wiens gibt es nun also offiziell im Demel. Das ist umso interessanter, da sich der Demel seit jeher mit dem Hotel Sacher darum streitet, wer von beiden denn die Sachertorte nun wirklich erfunden hat. Der Gründer des Sacher, Eduard Sacher hat nämlich die Rezeptur seines Vaters während seiner Anstellung im Demel weiterentwickelt, wo sie auch zum ersten Mal als Original Wiener Sachertorte angeboten wurde.

Auf den ersten Blick hätten wir dem unscheinbaren, schmalen Stück eigentlich nicht besonders viel zugetraut. Der Teig von Demels Sachertorte ist ungewöhnlich hell, die Glasur sehr dünn und und die klassische Marmeladeschicht in der Mitte fehlte auch. Alle unsere Bedenken wurden jedoch beim Verkosten sofort weggefegt. Die Glasur zerging auf der Zunge wie bei Sacher, nur dass sie um einiges besser und nicht so übertrieben süß war. Auch der Teig war fluffig, saftig und schokoladig und der Konkurrenz geschmacklich eindeutig überlegen. Das Fehlen der mittleren Marmeladeschicht und des Schlagobers tat der Saftigkeit und dem exquisiten Geschmack der Torte nichts ab und das ist tatsächlich eine Kunst. Alles in Allem war diese Sachertorte absolut makellos, dafür ist auch der etwas gehobenere Preis von 4,10€ gerechtfertigt.

Wenn es nach uns geht, spielt es überhaupt keine Rolle wer die Sachertorte jetzt nun wirklich erfunden hat. Tatsache ist, beim Demel schmeckt sie mit Abstand am besten und das ist es, was zählt. Für uns steht jedenfalls fest, dass wir sie nur noch dort genießen werden.

Teig: 
Glasur: 
Schlagobers:
Marmelade: 
Größe:
Preis:

Gesamt: 

Quellen:

Mitglieder

Andrada Colceriu

Anja Winkler

Valerie Heine

Rebekka Windhab