Glaubst du an Geister ? Spukt es bei dir zuhause ? Hast du manchmal das Gefühl du bist nicht alleine ? Passieren unerklärliche Dinge ? Sie sind oft nicht so unerklärlich wie du denkst. Wilhelm Gabler, der Gründer der Vienna Ghosthunters geht diesem Phänomen mit seinem Verein auf die Spur.

Der Verein Vienna Ghosthunters, gegründet vor 17 Jahren, versucht paranormale Ereignisse auf wissenschaftlicher Ebene zu erklären. Die bis zu 16 Mitglieder fahren häufig zu ausgewählten Spukorten um Phänomene auf Band oder auf Bildern festhalten zu können. Außerdem werden hilfesuchenden Menschen Hausbesuche angeboten, wobei der vermeintliche Spuk zuhause so gut wie immer erklärbar ist. Geräusche die von alten Dielen verursacht werden, ungelüftete Heizungsrohre die Stimmen übertragen und noch viel mehr lassen Menschen immer wieder zu der Annahme kommen ihr Haus sei von Geistern heimgesucht.

Der Verein arbeitet somit eher im Bereich der Sozialarbeit und der psychologischen Unterstützung gewisser Personen als im Bereich der Geisterjagd wie man sie sich vorstellt.

Hirngespenster

Kurz vor Mitternacht: Das schwache Flackern des TV Monitors taucht mein Wohnzimmer in ein schummriges Licht. Plötzlich höre ich Schritte. Ich taste nach der Fernbedienung, schalte den Fernseher aus und stelle mit Bedauern fest, dass ich mich meiner letzten Lichtquelle beraubt habe. Wieder Schritte: Vor meinen Augen erscheint das Bild des Geistermädchens aus dem Horrorfilm von gerade eben. Panisch suche ich nach dem Lichtschalter und stolpere sogleich auch über die Quelle des Spuks; verdammte Katze! Während mich das arme Tier mit vorwurfsvollem Blick anstarrt, muss ich mir eingestehen, dass der Spuk wohl gänzlich in meinem Kopf stattgefunden hat und dass eine Katze herzlich wenig Schuld an meiner blühenden Phantasie trägt. Denn wenn es irgendwo spukt, dann vor allem in unseren Köpfen; kaum etwas ist gruseliger als unsere eigene Vorstellungskraft.

Zum selben Schluss dürften auch die Vienna Ghosthunters gekommen sein. Wie uns der Vereinsgründer mitteilte, interessieren sich die Geisterjäger nicht nur für tatsächliche paranormale Ereignisse, sondern auch besonders dafür, weshalb wir rational erklärbare Dinge als paranormal wahrnehmen. Unsere Psyche hat aber nicht nur einen großen Einfluss auf unsere Wahrnehmung, sie kann gleichzeitig auch der Auslöser für so manchen Spuk sein. Beispielsweiße sind durch Stresssituationen hervorgerufene, statisch aufgeladene Synapsen in der Lage Stromspannungen zu erzeugen, welche Lichter zum Flackern oder Fernseher zum Rauschen bringen. Teilweise sind diese elektrischen Impulse so stark, dass sie Türen öffnen oder Objekte verschieben.

Deshalb scheint es kaum verwunderlich, dass die Geisterjäger bei Hausbesuchen häufiger mit der Psyche der Klienten arbeiten als mit tatsächlichen Geistern. Ein Psychologiekurs ist dementsprechend ein essenzieller Bestandteil der Ausbildung zum Geisterjäger. Meist gelingt es durch einfache psychologische Tricks, wie bspw. das Anbringen eines Vorhängeschlosses an einer Tür hinter der es angeblich spukt, die Geister aus den Köpfen und damit auch aus den Häusern der Betroffenen zu verbannen.

Aktives Ghosthunting

Auf dem Friedhof der Namenlosen, (Map 1)  hatten die Vienna Ghosthunters Kontakt zu einem Geist, der ihnen auf die Frage antwortete, wie viele Kinder auf dem Friedhof begraben sind. Er sagte deutlich 20. Laut Friedhofsaufzeichnungen (die schwer zugänglich sind) wurden 19 Kinder und eine Schwangere dort begraben.

Die Arbeit der Geisterjäger umfasst nicht nur die Geistersuche und die psychologische Arbeit mit verängstigten Kunden, sondern auch Recherchearbeit, d.h. sie erarbeiten sich die geschichtliche Vergangenheit des Spukortes und suchen nach Antworten.  Wilhelm Gabler und sein Team probieren vieles aus.  Er möchte es gerne am eigenen Leib spüren. und erzählte uns über einen Besuch im wiccanischen Steinkreis in Schottland, in dem Dämonen gefangen sein sollen. Es gibt viele Mythen und Legenden über diesen Kreis. Es sollen dem der drinnen steht schreckliche Dinge passieren, von Kratzern zu blauen Flecken bis zum Schlaganfall. Wilhelm Gabler stand jedoch 2 Stunden in dem besagten Kreis und nichts passierte.

Einen weiteren Besuch unternahm er mit seinem Team zu dem Sanatorium Feichtenbach. Hier haben die Nationalsozialisten die arische Rasse gezüchtet und medizinische Experimente an Kindern durchgeführt. Viele Kinder überlebten diese Untersuchungen nicht und wurden einfach unter dem Schwimmbad entsorgt. In einer benachbarten Jugendherberge nahmen sie eine Audioaufnahme einer Mutter, die ihr Kind dort verloren hat auf. Diese erzählt, dass ihr Kind gerne mit einem roten Rutschauto spielte. Jenes Auto fanden die Geisterjäger genau dort, wo es von dem Geist angegeben war.  Zufall? Wer weiß. Vieles ist einfach nicht zu erklären.

Einigen ihrer Spukorte geben sie Pseudo- Namen, wie z.B.: the lost hospital. Auf ihrer Homepage findet man Fotos dieser Orte, aber oft keine genaue Ortsangabe. Sie möchten damit, diese Lost Places schützen, da es mittlerweile einen richtigen Boom selbsternannter Geisterjäger, meist Jugendliche gibt. Diese zerstören die Umgebung und machen die wissenschaftliche Arbeit an gewissen Orten, die vorher gute Kriterien zum Erforschen hatten, leider unmöglich. Das sind nur einige wenige Beispiele ihrer paranormalen Untersuchungen, einige Aufnahmen findet man auf ihrer Homepage und dem zugehörigen Forum.

Most haunted places on earth

Die Vienna Ghosthunters untersuchen nicht nur paranormale Ereignisse auf Wunsch von Anfragen, der Verein untersucht auch verschiedenste Orte der Welt nach Spuk. Einmal im Jahr fahren sie zu einen der „Most haunted places on earth“ zu denen gehören Orte wie die spukumwobene Puppeninsel in Mexico ,Tschernobyl und die Insel Provegla in Italien auch bekannt als „Die Insel der Verdammten“ , zu der sich selbst so manch einheimische BoottaxifahrerInnen weigern hinzufahren.  Jedoch war dort die mehrstündige Geistersuche vor zwei Jahren für die Vienna Ghosthunters erfolglos.
Umso mehr Spannung und Freude baut sich für den nächsten Ort auf ihrer Liste auf, dem bekannten „Suicide Forest“ in Japan. (Map 2)
Wenn dich dieser Beitrag dazu inspiriert haben sollte auf eigene Faust Geister zu jagen aber dein Studentenbudget nicht viel hergibt, dann schau am besten mal ins mystische Waldviertel oder nach Kärnten, das sollen laut Ghosthunter Wilhelm spukintensive Regionen sein. Im wunderschönen Wien gibt es natürlich auch zahlreiche Orte an denen paranormale Aktivitäten herrschen, wie zum Beispiel den Narrenturm, die Hofburg, das alte AKH, alte Keller im ersten Gemeindebezirk und wer hätte es anders gedacht, natürlich auch an Friedhöfen, vor allem am Friedhof der Namenlosen .
Falls man sich nicht trauen sollte sich diesen gruseligen Abenteuern alleine zu stellen, kann man sich für eine Geistertour mit den Vienna Ghosthunters anmelden.

Technik die begeistert

Der Verein nutzt für die Untersuchung solcher Lost Places verschiedene technische Hilfsmittel, die Liste reicht von Kameras über Nachtsichtgeräte bis hin zu Geigerzählern. Während einfache Digitalkameras zur Grundausstattung einer jeden Geisterjagd zählen, werden zusätzlich Spiegelreflexkameras als auch Full Spectrum – Kameras für eine bessere Bildqualität und das Einfangen des „Unsichtbaren“ eingesetzt. Die Nachtsichtgeräte sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Erforschung des Paranormalen, da die Untersuchungen meist in tiefer Dunkelheit abgehalten werden und damit auch ein gewisses Risiko für die TeilnehmerInnen darstellt. Stolperfallen gibt es überall… und auch paranormale Geschehnisse könnten ohne die Nachtsicht leicht übersehen werden.

Für den Fall einer solchen paranormalen Entdeckung hat das Team Geigerzähler sowie sogenannte EMF-Meter griffbereit; während Ersteres die oft mit einem Spuk einhergehenden erhöhten Strahlenwerte misst, machen EMF-Meter elektromagnetische Frequenzen und Felder sichtbar, denn wie es heißt, sollen „Geister“ ein ebensolches Umfeld produzieren können. Ein weiterer wichtiger Einsatzort für EMF-Meter sind Hausbesuche des Teams, da sie gerne dazu eingesetzt werden, Spuks zu „entspuken“, indem Fehlursachen wie schlecht isolierte Starkstromleitungen aufgezeigt werden können.

Zur Grundausstattung gehören außerdem Taschenlampen und leistungsstarke Strahler zum kurzen Ausleuchten eines Bereiches aber auch UV-Lichtquellen, um Abdrücke oder Wandgravierungen sehen zu können, die dem bloßen Auge ansonsten verborgen blieben. Diktiergeräte dürfen ebenfalls nicht fehlen, denn mit ihnen ist es den Geisterjägern möglich, mit „Geistern“ zu kommunizieren: Der Sprecher des Untersuchungsteams stellt Fragen während das Diktiergerät mit einem „Trägergeräusch“ (z.B. Hintergrundrauschen, Wind) läuft, beim anschließenden Abhören der Aufnahme werden manchmal überraschend klare Antworten von „Geistern“ erhalten, die zuvor nicht hörbar waren. Diese Tonaufnahmen nennen sich „EVP – Electronic Voice Phenomenon“ und verursachen beim Zuhören wahrlich eine Gänsehaut.

   

Geistreiche Erkenntnis

Die Rohre machen seltsame Geräusche, der Wasserhahn beginnt ab und zu von selbst zu tropfen, die Fenster pfeifen, Geist oder Physik? Für uns ist es manchmal schwer festzustellen, ob es wirklich spukt oder nur reine Einbildung ist. Solltet ihr jedoch mal stark davon überzeugt sein, dass ihr des Öfteren nicht alleine zu Hause seid, dann kontaktiert einfach das Team rund um Wilhelm Gabler, beschreibt was genau vorgeht und sie werden euch, sollte es wirklich spuken beiseite stehen. Die Vienna Ghosthunters sind nicht wie manche vielleicht glauben eine Vereinigung von Spinnern, nein, sie sind ein ernst zu nehmender Verein der versucht, paranormale Geschehnisse wissenschaftlich nachzuweisen und diesen auf den Grund zu gehen. Sie haben schon viele aufregende Geschichten von ihren Aufträgen im petto, wir können gespannt sein, was sie in Zukunft noch erleben werden und können nur darauf hoffen, dass sie es mit der Welt teilen. Und wer weiß, vielleicht sind wir ja irgendwann mal einer der Geister mit denen Sie Kontakt aufnehmen werden.